Mehr über das Thema Schreiben
Die Schwierigkeiten der Mittelstufe überleben!
Das Erlernen einer Sprache kann eine lebenslange Leidenschaft sein. Aber es ist auch ein undankbarer Weg, der viel Frustration, Entmutigung und Sorgen mit sich bringt.
Zu Beginn des Lernens macht man rasante Fortschritte: Die zu lernenden Inhalte sind stark strukturiert, der Wortschatz ist alltäglich und progressiv. Es geht um Mahlzeiten, Familie, Urlaub usw. Die Sprachwelt ist vertraut und gut geordnet.
Aber auf mittlerem oder fortgeschrittenem Niveau ist der Fortschritt nicht mehr aufsteigend. Die Sprache scheint uns plötzlich zu widerstehen: Die Wörter werden nach geheimnisvollen Regeln miteinander verknüpft. Die Syntax der ersten Stufen wird immer komplexer. Kurzum, die Sprache erscheint uns als das, was sie ist: ein außergewöhnliches menschliches Konstrukt, das kein Sprecher, auch kein Muttersprachler, jemals ganz besitzt.
In diesem Stadium bestätigt sich die Diskrepanz zwischen dem, was man verstehen kann, und dem, was man ausdrücken kann. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass es einem in einem Gespräch nicht gelingt, klar zu antworten, obwohl man den Gesprächspartner gut verstanden hat. Um natürlich zu sprechen, müsste man alles, was man an Vokabular, Grammatik und Syntax gelernt hat, sofort zur Verfügung haben. In der kurzen Zeit eines Gesprächs ist das nicht möglich.
Der Beitrag der Schrift: stabil, autonom und beruhigend
Die Zeit des Schreibens ist nicht die Zeit des Sprechens. Es handelt sich um eine zeitversetzte Kommunikation. Beim Schreiben reaktiviert man sein Wissen: Man nimmt sich die Zeit, nach dem richtigen Wort zu suchen, verschiedene Syntaxen oder lexikalische Verbindungen zu testen und sich selbst zu korrigieren. Das kann man beim Sprechen nicht tun.
Außerdem ist das Schreiben ein autonomer Prozess. Man kann sich nicht wie beim Sprechen auf die aktive Beteiligung eines fortgeschritteneren Sprechers verlassen, der ungeschickte Äußerungen anleitet, ergänzt oder umformuliert. Der Autor ist der alleinige Herrscher!
Das Schreiben ist also eine anspruchsvolle Übung. Da es jedoch nicht unmittelbar ist, ist das Schreiben für die Lernenden beruhigender als das Sprechen - Studien, die sich mit den Emotionen im Sprachunterricht befassen, zeigen, dass das Sprechen bei den Lernenden mehr Befürchtungen oder sogar Angst auslöst -. Weniger Stress ist besser für das Lernen!